Wenn man die Artenvielfalt der Allgäuer Alpen mit der von Megadiversitätszentren wie dem tropischen Regenwald oder der Savanne des südlichen Afrikas vergleicht (der Vergleich hinkt natürlich!), stellt man fest, dass das Allgäu, was beispielsweise Säugetiere, Bäume und Insekten betrifft, wesentlich weniger Arten beheimatet. Jedoch verfügen die Allgäuer Alpen über eine Blumenvielfalt, die weder vom Regenwald noch von der Savanne zu schlagen ist. Ein Grund für unseren Blumenreichtum ist die Diversität an geologischen Formationen, die den Allgäuer Alpen wegen ihrer komplizierten Entstehungsgeschichte eigen ist. Beispielsweise findet man im Umkreis von wenigen Kilometern um die Pfeiffermühle die Gesteinsformationen Flysch, Molasse, Helvetikum und Kalkalpin. Andererseits ist der botanische Artenreichtum bedingt durch die ständigen Umweltveränderungen, die während der Jahrmillionen den Alpen ihr heutiges Gesicht verliehen: einst tropisches Flachmeer, dann Kollisionszone von Kontinentalplatten mit gigantischen Aufwerfungen gefolgt von Abtragungen durch mehrere Eiszeiten. Im Laufe der Zeit entstanden so verschiedene Lebensräume wie Bach, Wald, Hochmoor, Feuchtwiese, Trockenrasen, Kalkrasen, etc., die jeweils von ganz bestimmten Pflanzengemeinschaften besiedelt wurden. Schließlich kam noch der Mensch hinzu, der seit vielen Jahrhunderten die Kulturlandschaft Allgäu durch seine Weidewirtschaft geprägt hat.
In der näheren Umgebung der Pfeiffermühle konnten wir bislang fast 400 höhere Pflanzenarten beobachten, nicht mitgerechnet wurden dabei Zierpflanzen, Gräser, Moose und Farne. Unsere Artenliste wächst und wächst...
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Giftige Pflanzen
Wußten Sie eigentlich, dass wenige Tollkirschblätter die für einen Erwachsenen tödliche Dosis enthält? Noch ca. 10-mal giftiger aber ist der Eisenhut, dessen Giftigkeit wiederum um Zehnerpotenzen von bestimmten Schlangen, Fröschen, Pilzen und Bakterien übertroffen wird.
Fleischfressende Pflanzen
Auf Böden, die über unzureichende Mengen an Bodenstickstoff verfügen, können nur speziell angepasste Pflanzen überleben. Viele Schmetterlingsblütler wie Klee, Lupinen und Bohnen leben in Gesellschaft mit Wurzelknöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft fixieren und dadurch die Pflanze mit dem fehlenden Dünger versorgen. Einer anderen Strategie bedienen sich „fleischfressende“ Pflanzen, die Gliedertiere wie Insekten fangen und aus ihnen die begehrten Stickstoffverbindungen herauslösen. Zu den „fleischfressenden“ Pflanzen gehören die tropische Venus Fliegenfalle und Kannenpflanzen sowie der heimische Sonnentau und Fettkräuter. Letztere sind gesetzlich geschützt und bei uns in nährstoffarmen Hochmooren anzutreffen.


